Stadt Hohenstein-E. verhindert Denkmal für Opfer von rechter Gewalt

Pressemitteilung des Bündnis zur aktuellen Entwicklung:

Am zweiten Oktober jährt sich zum zehnten Male die Ermordung von Patrick T durch Nazis in Oberlungwitz. In Hohenstein-E. entwickelte sich damals der Konflikt, welcher zur Tötung führte. Ende August hatte sich ein Bündnis gegründet, welches sich zum Ziel gesetzt hat ein Denkmal zu errichten. Es sollte zur Erinnerung an Patrick und zur Mahnung daran dienen, dass solch eine Tat nie wieder geschehen darf. Der Vorschlag des Bündnis es in Hohenstein-E. zu errichten wurde von der Stadt abgelehnt.
Die persönliche Haltung des jetzigen Oberbürgermeisters E. Homilius, der schon vor zehn Jahren dieses Amt inne hatte, spielt bei der Verhinderung eine maßgebliche Rolle.

Die Haltung des Oberbürgermeisters wurde schon im ersten Kontakt mit dem Bündnis klar: Er möchte dieses Denkmal hier nicht haben. Begründet wurde dieses mit allesamt fadenscheinigen Ausflüchten. So bezweifelt er unter anderem, dass es sich hier um eine Tat handele, die durch Nazis begangen wurde. Die Täter kamen allesamt aus dem Umfeld der HooNaRa (Hooligans-Nazis-Rassisten). Den gleichen Standpunkt nimmt die zur Zeit in Chemnitz stattfindende Ausstellung Blickwechsel ein: Patrick T. wird als Opfer von rechter Gewalt hier aufgezählt!
In einem Schreiben des Verwaltungsausschuss stellte der Oberbürgermeister noch einmal in aller Deutlichkeit dar: Der Verwaltungsausschuss und Er positionieren sich gegen dieses Denkmal.
Scheinbar angestachelt durch die verbreitete negative Atmosphäre sah sich die Fraktion der CDU, der Homilius angehört, zu eine Beschluss genötigt, sich von einer Demonstration am 3.10. zu distanzieren. Diese sollte anlässlich der Errichtung des Denkmals einen würdigen Rahmen bieten. Legitime Demonstrationsmittel werden in einem Antrag der CDU-Fraktion als Marschmittel von Radikalen dargestellt und offenbaren die eigentliche Stossrichtung: Ablenken, Dämonisieren und Diskreditieren. Ein Verständnis von demokratischen Meinungsäußerung in Form einer Demonstration scheint daher die CDU als auch der Großteil des Stadtrates nicht zu verstehen: Einzig eine Gegenstimme und drei Enthaltungen besiegelten den Beschluss.
Was auf der Strecke bleibt ist die Tatsache, dass vor zehn Jahren ein Mensch ermordet wurde und sich immer noch keine_r dafür interessiert aus welcher Motivation heraus dies geschah.
Besonders erschreckend ist die Lage für Bekannte von Patrick T.. Sie sahen sich nicht in der Lage in Anbetracht der Reaktionen in der Bevölkerung sich zur Thematik öffentlich zu äußern. Für uns ist dies ein nicht haltbarer Zustand, der schon alleine kritikwürdig ist. Um diesen Menschen eine Plattform zu bieten als auch um diese Tat als ein mahnendes Beispiel für menschenverachtende Ideologien anzuführen, wird die Demonstration am dritten Oktober – leider ohne Denkmal – stattfinden.