In Gedenken an die Opfer rechter Gewalt

Pressemitteilung des Bündnis:

Das Bündnis „Erinnern, nachdenken, handeln. Mit Courage gegen Rechts.“ stößt auf eine unerwartete Unterstützungswelle anlässlich des Gedenkens des vor zehn Jahren durch Nazis ermordeten Patrick T. Unterstützung ist dabei nicht selbstverständlich, wie die Reaktionen der Stadt Hohenstein-E. bis heute zeigen.

Erfreut und überrascht über die große Zahl von Unterstützer_innen unseres Aufrufs sehen wir zuversichtlich auf die kommenden Tage:
Am Freitag, den zweiten Oktober findet ab 15:00 im kleinen Kreis eine Kundgebung am Tatort in Oberlungwitz und am Samstag, den dritten Oktober um 13:00 eine Demonstration in Hohenstein-Ernstthal statt. In Hohenstein-E. war der Konflikts erstanden, der zur Tötung von Patrick T. geführt hatte.

Mit einer größeren Unterstützung in Hohenstein-Ernstthal kann das Bündnis allerdings nicht rechnen. Erst vor kurzer Zeit verabschiedete der Stadtrat einen Beschluss zur Distanzierung gegenüber der Demonstration am Samstag. Die vom Bündnis geforderte Genehmigung für ein Denkmal wurde abgelehnt. Der Oberbürgermeister begründet dies unter anderem damit, dass es sich hier nicht um eine Gewalt mit neonazistischen Hintergrund handle und dass es eine rechte Szene auch damals nicht gegeben habe. Selbst im persönlichen Gespräch mit dem Bündnis zweifelte er die Verurteilung der drei männlichen Täter und ihren Hintergrund an. Diese stammten allesamt aus dem Umfeld der HooNaRa (Hooligans-Nazis-Rassisten) und der Chemnitzer Haller-Security. Dies verwundert nicht: Der Inhaber Thomas Haller gab im Februar 2007 offen zu, der Gründer der HooNaRa zu sein. Folgt mensch den Wegen der HooNaRa kommt mensch wieder nach Hohenstein-E. zurück. Dort fand im Jahr 2005 ein Konzert in der Diskothek „La belle“ statt. Dieser Ort war schon damals der Treffpunkt einer lokalen rechten Szene. Nach Informationen von der damaligen Staatsregierung wurde das Konzert „von der rechtsextremistischen Hooligan-Gruppierung Hoonara (Chemnitz/Zwickau) organisiert.“
Doch von all diesen Informationen will Oberbürgermeister E. Homilius nichts wissen bzw. ignoriert sie. Gerade in Anbetracht von Übergriffen von Nazis im nicht weit entfernten Limbach-O. ist solch eine Verhalten gerade zu katastrophal. Es ist traurig, dass sich nach wir vor Menschen genau so verhalten wie es im Bündnisaufruf formuliert wurde. Diese Zustände sind zu kritisieren, zu hinterfragen und zu überwinden, damit sich Taten wie an Patrick T. nicht wiederholen.